ILHA ANCHIETA

Ilha Anchieta

Gegen Abend des 23. Feb. erreichten wir die Gegend um Ubatuba und ankerten in der Palmenbucht vor der Insel Anchieta. Die Küste ist hier recht verwinkelt und bekannt als Litoral Paulista. Die Region hat sich zum beliebten Ferienziel der gut betuchten Paulistanos, also der Einwohner von Sâo Paulo, entwickelt. Die in die reiche Flora der Mata Atlântica gehüllten Gipfel der Serra do Mar bilden einen imposanten, smaragdgrünen Hintergrund zur tiefblauen Küste und deren mit Dschungel bedeckten Abhänge reichen bis zur Küste herunter.

 

 

 

 

 

 

 

Hier wurden wir freundlich begrüsst und in die Gepflogenheiten des Parks eingeführt.

 

 

 

Anchieta war bis in neuere Zeit eine Gefangeneninsel (1955). Heute stehen hier fast nur noch die Ruinen. Die ganze Insel steht unter Schutz und ist Heimat zahlreicher, auch gefährderter Pflanzen- und Tierarten, insbesondere auch von Meerestieren. Neben dem atlantischen Goliath Grouper verkehren hier verschiedene Wal- und Delphinarten. Aber es gibt ein paar Wanderwege, die man auch selbständig begehen darf. Man muss sich jedoch im Büro neben dem Museum einschreiben, für den Fall, dass man verloren geht. Ein kleiner Küstenstreifen ist auch zugänglich, um zu schnorcheln. Bis 1934 wurde die Insel Ilha dos Porcos, Schweineinsel genannt. Zu verdanken haben wir diesen Nationalpark der Weitsicht des Gouverneurs von São Paulo, Paulo Egydio Martins, der mittels eines Dekrets die ganze Insel unter Schutz stellte. Danke!

Das Gefängnis bzw, was davon übrig blieb

 

 

 

 

 

 

 

Diese Waschküche ist nicht nach aller Gusto

wohl heimisch hier?

 

 

 

 

 

 

 

 

die Küche

ne, und Tschüss!

 

 

 

 

 

 

 

Das Personal, das auch hier freiwillig arbeitet, ist sehr freundlich und hilfsbereit. Nach unserem ersten Besuch der Ruinen begleitete uns Sico auf einen dieser Wanderwege. Dieser Führer war für uns ein absoluter Glücksfall. Er kannte alle Pflanzen und Kräutlein in diesem so üppig bestückten Urwald. Er nannte uns die Namen und wusste auch gleich, für welche Gebresten sie eingesetzt werden konnten. Er warnte uns aber auch vor giftigen oder schädlichen Pflanzen und Tieren. Er hätte sicher auch Pfarrer Künzle noch etwas beibringen können.  Als er sein Wissen an die  zwei Frauen und den Mann gebracht hatte, verabschiedete er sich von uns. Er hat begriffen, dass man diese Bergler auch alleine in dieser Gegend umherirren lassen konnte. Wahrscheinlich verirren sich nicht viele Leute freiwillig in diesen Dschungel und dann noch mit Bergschuhen statt der üblichen Flipflops. Wir genossen unsere Tour so einsam in diesem teils undurchdringlichen Urwald. Wir durchquerten die ganze Insel bis hinüber zur schroffen Atlantikküste, wo die Dünung schwer gegen die Felsen brandet. Nach unserer Rückkehr zum Ausgangspunkt meldeten wir uns ordnungsgemäss zurück und verabredeten uns gleich wieder mit Sico für den kommenden Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerlei Begegnungen:

wer sieht den Kolibri?

Fleurop. Ameisen transportieren Blütenblätter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                    

                                     

An folgenden Tag zeigte uns Sico die andere Seite der Insel. Hier gibt es einen Friedhof aus dem Jahre 1926 auf dem 151 Bulgaren begraben liegen. Ich, und wahrscheinlich bin ich nicht der einzige, habe die Geschichte dahinter nicht ganz verstanden. Offenbar  handelt sich aber um Immigranten, die aus irgendeinem Grund mit Kind und Maus hierher verschlagen wurden und dann an einer Krankheit, wahrscheinlich Malaria, verstorben sind. Der erste Weltkrieg war ja schon vorbei. Ob sie hier einfach ihr Glück suchten? Sie haben alles verloren.

Am Eingang erwarten wir in Gesellschaft des Quero Quero unseren Guide

 

 

Und wieder geht es durch dichten Urwald, quer durch Flüsse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bis wir den gesuchten Friedhof erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man schon liegen muss, ist das ja vielleicht nicht der schlechteste Ort.

Unser Bummel ging am Strand entlang zurück. Flora und Fauna seien hier besonders. Dies, weil das Ufer aus einem Gemisch von Sand und Fels gebildet wird, was angeblich zu einem besonderen Oekosystem führt. Viele Strandabschnitte sind gesperrt, um den vielen Schildkröten und anderem Getier einen ungestörten Lebensraum zu bieten.  Besondere Blüten- und Fruchtbäume wachsen hier entlang dem Ufer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wählt man den Weg, der in die Höhe führt, geniesst man die Aussicht auf die Bucht und hinüber zum Festland. Hier oben befindet sich ein kleiner Stausee, der die darunter liegende Siedlung mit Süsswasser versorgt. Trinken möchte man davon aber sicher nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend konnten wir von unserem Schiff aus die Capivaras, eine Art Wildschwein mit viel zu kurzen Beinen, beobachten, die jeweils zum Strand kamen. Wir genossen aber vor allem auch die Stille und Ruhe die einkehrt, wenn alle Tagesausflügler sich wieder verzogen haben. Ich glaube, den Capivaras ging es genau so.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind viel über und durch diese Insel gestreift und haben dabei viele interessante und sonderbare Dinge entdeckt. Hier noch eine kleine Auswahl bevor wir weiterziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist denn das für ein Viech mit solchen Beinen ?

Was war das wohl für ein Gefühl, mitten im Dschungel Wache zu schieben?

 

Diese speziellen Limes eigneten sich bestens für die Caipirinha

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir verabschieden und bedanken uns noch bei Paulo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bevor wir weiterziehen.