IM SÜDEN PORTUGALS

Nach der Umrundung von Cabo Espichel ging es vorbei an Sesimbra in die Mündung des Rio Sado hinein. Wir folgten dem Fluss bis hinauf zur Marina Tróia, das gegenüber der Hafenstadt Setúbal liegt. Hier in der Marina fanden wir einen gäbigen Anlegeplatz mit Sicht über den Fluss nach Setúbal, der drittgrössten Hafenstadt Portugals. Die Umgebung wirkt entsprechend etwas industrialisiert.
Abend am Rio Sado

Abend am Rio Sado

 

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Blick über den Rio Sado nach Setúbal

 

Die eher heikle Hafeneinfahrt gebietet etwas Vorsicht

Die eher heikle Hafeneinfahrt gebietet etwas Vorsicht

 

In der Tat aber finden sich hier grossartige Naturschutzgebiete mit weiten Dünenwäldern und Vogelparadiesen. Im Fluss tummeln sich bottle nose – Delphine, einer Art, die praktisch nur noch hier vorkommt.

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Auf der Halbinsel Tróia finden sich auch Überreste römischer Besiedlung. Wir hatten also allerhand zu besichtigen.

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Schön, dass es auch hier grosszügige, wunderschöne Velowege gibt, die wir in diesen Tagen mit unseren Falträdern abstrampelten. Das Wetter war angenehm mild.  Mit der Fähre, die wegen des Casinos und dem Kongresscenter in Tróia selbst die ganze Nacht über die  Verbindung zum Festland aufrecht erhält, besuchten wir auch Setúbal.

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In den Gassen von Setúbal

 

 

 

 

 

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Schöner weiter Strand und Dünen, praktisch menschenleer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser nächster Etappenort war Sines, wo wir am 30. 10. eintrafen. In römischer Zeit Sinus genannt, ist diese Stadt bekannt als Geburtsstadt von Vasco da Gama. Diesem Seefahrer mussten wir hier natürlich die Ehre erweisen.

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Sein sehnsüchtiger Blick über das weite Meer

Sein sehnsüchtiger Blick über das weite Meer

und hinunter auf "seinen" Platz

und hinunter auf „seinen“ Platz

 

 

 

 

 

 

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Die Stadt ehrt auch noch den Mathematiker Pedro Nuñes, der hier in der Nähe geboren ist. Er war nicht nur der Erfinder des nach ihm benannten Nonius, sondern tat sich auch hervor in den Bereichen Navigation und Winkelmessung (Stichwort: Loxodrom). Er lehrte an der Universität von Coimbra und am Königshof. Mittlerweile hat er auch Eingang gefunden in das Padrão dos Descobrimentos in Lissabon.

 

Die Altstadt liegt auf einer Klippe, von welcher man den Sandstrand und die Marina überblickt. Kaum zu glauben, dass auch hier viel Industrie angesiedelt ist mit einem Hafen, in welchem 500‘000 Tonnen Schiffe abgefertigt werden. Das Städtchen selbst wirkt etwas verschlafen. Jedenfalls abends um sieben Uhr findet man hier kein Restaurant mehr, das geöffnet hätte. Der Ort ist aber an sich hübsch und erinnert mehr an griechische Inselstädte, denn an Portugal.
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Blick über den Strand zur Marina

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Bilder aus dem Städtchen

 

Auf dem Weg zur Algarve übernachteten wir vor Anker in der Bucht von Arrifana. Umgeben von hohen Klippen ankerten wir vor einem Sandstrand. Erstmals nahm ich hier ein Bad im Meer, weil das Wasser so schön war, verzichtete aber auf einen längeren Schwumm wegen der doch empfindlich kühlen Wassertemperatur. Gut, die vielen Wellenreiter, die den ganzen Tag am Strand die brausenden Dünungswellen ritten, hatten Anzüge.

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Nach einer herrlich ruhigen Nacht segelten wir hinunter zum Cabo de São Vicente, umrundeten die Punta de Sagres und erreichten spätabends des 2. Nov 16 Lagos an der Algarve, wo wir vor der Marina im Rio Bensafrim festmachen konnten.

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Unser „Hafen“-platz im Fluss, direkt vor der Stadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir genossen die schöne Stadt mit seinem quirligen Samstagmorgenmarkt, wo wir Früchte, Gemüse, Oliven, Konfitüre und vieles andere einkaufen konnten.

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Die Promenade gegenüber unserem Liegeplatz

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In den Strassen von Lagos

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Mit dem Velo fuhren wir zur Ponte da Piedade, wo sich die wohl meist fotografierten Felsformationen der Algarve befinden.

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Ein besonderes Highlight war sicher auch der Besuch unserer Seglerfreunde aus Portalban, die hier zu dieser Zeit in Praia da Luz ihre Kinder besuchten.

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Praia da Luz

Schon im Vorfeld unserer Reise konnten wir viel von ihrer Erfahrung als Blauwassersegler profitieren und konnten sogar einige von ihnen nicht mehr gebrauchte Ausrüstungsgegenstände und Seekarten „erben“.

Unterwegs mit meinem Lehrmeister

Unterwegs mit meinem Lehrmeister

So muss es sein. Zufriedene Gesichter nach erfolgreichem Setzen des Code 0

So muss es sein. Zufriedene Gesichter nach erfolgreichem Setzen des Code Zero mit dem Kamastern.

Danke nochmals vielmals! Sie begleiteten uns auf unserer Weiterreise nach Vilamoura, wo sie abends nach gemeinsamen Pizzaessen wieder abmusterten. Schade, hatten wir es doch so gut miteinander.

 

Als nächstes verkrochen wir uns hinter die Ilha Culatra vis-à-vis von Olhão bei Faro, wo wir an einem einsamen Ankerplatz Ruhe und Natur geniessen konnten. Einzelne Fischer, am Strand Störche und Wasservögel, Sonne und nach deren Untergang Sternenhimmel.
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Cabo de Santa Maria, Einfahrt in das Flachwassergebiet hinter der Insel Culatra

 

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Wunderschöner Abend anunserem Ankerplatz

 

 

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einfach nur schön
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und nach ruhiger Sternennacht Erwachen in prächtiger Umgebung hinter der Insel

 

 

Nach einem ruhigen, wegen zahlreicher Fischfarmen etwas komplizierten Schlag erreichten wir zwei Tage später die Mündung des Rio Guadiana, dem südlichen Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien.

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Auf dem Rio Guadiana

 

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Ayamonte mit der Hafeneinfahrt rechts

Nach einer längeren Flussfahrt, vorbei am portugiesischen Vila Real de Santo António machten wir auf der spanischen Seite in der Marina von Ayamonte fest. Die Stadt hat griechische Wurzeln. Heute finden sich schöne, reich ausgeschmückte, gekachelte Plätze und zahlreiche Kirchen, wo sich die verschiedenen Generationen zum abendlichen Paseo treffen.

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Wir trafen hier auf Christian, unseren Neffen aus St.Gallen, der zeitgleich mit uns mit seinem Kollegen Dominique die Algarve bereist (kaum von portugiesisch auf Spanisch umgestellt, jetzt santgallerdütsch, hoppla). Das war aber die Gelegenheit mal wieder einen richtigen Jass zu klopfen. Nun ja, die Kräfteverhältnisse waren schon ein wenig ungleich verteilt, aber wir hatten richtig Spass. Nach der Pizza stand dann noch eine Schachpartie an, bevor wir – längst nach Mitternacht – in unsere Kojen krochen.

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Mit unseren Falträdern besuchten wir nicht nur die Isla Canela, sondern fuhren auch mit der Fähre über den Fluss nach Vila Real in Portugal.

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Die Fähre über den Fluss nach Portugal

Diese 1755 durch das Erdbeben zerstörte Stadt wurde wieder aufgebaut. Wie in der Baixa Pombalina von Lissabon wurden die Strassen rechtwinklig angelegt und mit den üblichen pierres occupées (Bsetzisteinen) in schwarzweissen Mustern gepflastert.
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Die Kuh heisst nicht Milka

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Ein grosser Teil der Innenstadt ist Fussgängerzone. Aber, wie eigentlich überall, niemand regt sich darüber auf, wenn man mit dem Velo durchfährt (wir hätten’s auch nicht verstanden). Auf schönen (Velo-)wegen fuhren wir durch die weiten Salzmarshen weiter zum Schloss von Castro marim, geschätzte acht Kilometer von Vila entfernt. Es ist eines der ältesten Orte der Algarve überhaupt. Innerhalb des Schlosses befindet sich ein kleines Museum mit archäologischen Fundstücken aus der Zeit des Neolithikums, der Phönizier, Griechen, Römern und Arabern.

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Blick vom Castro über den Fluss nach Ayamonte. Die antiken Salzgewinnungsanlagen, noch immer im Gebrauch.

Von diesem Hügel geniesst man eine prächtige Aussicht über die Salzmarshen mit den Salzgewinnungsbecken und über den Rio Guadiana bis hinüber nach Ayamonte.

 

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Grosse und kleine Dorfkirche von Castro marin

Die Heimkehr abends von Castro marim

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und morgen ein neuer Tag… da werden wir unsere Reise fortsetzen.