HONIGLEBEN

Honigleben

 

Unsere Reise führte weiter entlang der Paulista-Küste zur Ilhabela (schöne Insel), die ihren Namen den Vulkangipfeln, den herrlichen Stränden, dem dichten Tropenwald und den 360 Wasserfällen verdankt. Von ihren 350 km2 liegen 85% in einem UNESCO-Biosphärenreservat, wo sich Kapuzineraffen und Tukane heimisch fühlen. Der Hafen liegt in der engen Durchfahrt zwischen Festland und Insel. Mich erinnerte die Gegend mit den prunkvollen Villen und dem unersättlichen Grün an die Landschaft um unseren Lago Maggiore.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir blieben nur einen Tag in der dortigen Marina. Dafür gab es zwei wichtige Gründe. Erstens interessierte sich die Hafenbehörde für unsere Papiere und zweitens, fast wichtiger, wurden wir gewarnt vor den borrachudos, mörderischen Mücken, die einem ganze Löcher in die Haut fressen. Dass man gestochen wurde, merke man erst, wenn das Blut herunterlaufe. Ein paar Tage später komme es zu einem unerträglichen Juckreiz. Nicht eine dieser Mücken haben wir gesehen, was wir nicht wirklich als Unglück werteten.

Unser Kurs führte weiter südwärts. In der nächsten Nacht lag unsere Position vor Santos, dem Hafen von São Paulo, dem grössten Brasiliens. Da galt es Augen und Ohren offen zu halten. Das Chrüsimüsi auf unserem Plotter war ja unbeschreiblich.

 

Im Schutze der Ilha Bom Abrigo verbrachten wir die nächste Nacht vor Anker inmitten einiger Fischerboote. Doch schon mit den ersten Sonnenstrahlen hiess es Anker auf und los.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entlang der unberührten und einfach nur schönen, mit einzelnen Inselchen durchsetzten Küste ging es zur Ilha do Mel (Honiginsel), wo am Abend, nach weiteren fünfzig Meilen,  der Anker fiel. Der dahinterliegende Strand heisst Encantador, was etwa soviel heisst, wie entzückend, anmutig, herzig, bezaubernd, charmant…

 

 

Die am Eingang zur Baía Paranaguà gelegene, sanduhrförmige Insel gilt als die malerischste und urtümlichste im gesamten Süden Brasiliens. Keine Autos, lediglich Fahrräder, auf welchen die Surfbretter auf den sandigen Wegen zu den Stränden transportiert werden. Von wildfremden Leuten wurden wir für den Abend zum BBQ eingeladen. Am Strand verbrachten wir einen langen Abend zusammen mit Oscar, Adolfo und seiner Tochter. Bis spät in die Nacht unterhielten wir uns über Gott und die Welt. Dann fuhren wir in stockfinsterer Nacht mit unserem Gummischlauch auf KAMA* zurück.   

 

 

 

 

 

 

Wir hätten das Leben hier auf der Honiginsel noch eine Weile ausgehalten, aber kleben bleiben wollten wir hier ja auch nicht, auch wenn uns das Honigschlecken gefiel.

 

 

 

 

 

 

 

Von unserem Ankerplatz aus konnten wir die grossen Pötte beobachten, wie sie durch die Engstelle in die Bucht ein- und ausfuhren.

 

 

 

 

 

 

Bei unserer Ausfahrt wurde das auch für uns eng, denn wir konnten ja nicht über die Berge ausweichen.

 

Auf der Weiterfahrt in der brasilianischen Hitze gesellte sich plötzlich dieser putzige Schneemann zu uns. Eine Fata Morgana? Nein, der aus dem Alpenland stammende wusste natürlich, dass wir auf dem Weg sind in den Süden, weit in den Süden, wo es wieder kalt ist und er sich in seiner so fragilen Haut wieder wohlfühlen wird. Das war wohl (k)ein) Wizzli, gäll 🙂

Unser nächster Stopp lag im Rio São Francisco, welcher eine etwas tückische Einfahrt hat, wenn man von Norden kommt. Und – wir kämpften ein paar Stunden gegen die Strömung an, bis wir schliesslich unseren Anker vor dem Capri Yacht Club fallen lassen konnten. Wir trauten unserem Anker und liessen uns in der Strömung von Ebbe und Flut hin und her schwojen. Der Industriehafen liegt am gegenüber liegenden Ufer. Auf unserer Seite befindet sich ein einladender Sandstrand.

 

Von hier ging es dann zuerst zu Fuss, dann mit dem Taxi in die Stadt,

was meine zwei Frauen am kommenden Tag ausprobierten, um die Stadt São Francisco do Sul, welche ein historisches Zentrum am Ufer der Bucht aufweist, zu besuchen. 1851 sind hier auch Schweizer über diesen Hafen in Brasilien eingewandert. Heute ist die Stadt UNESCO-Welterbe. Sie weist viele Kulturgüter auf. Der Bummel durch die Stadt ist absolut lohnenswert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber auch am Strand war ein Bummel ganz und gar erfreulich. Es fanden sich viele Trouvaillen. Bei manchen musste man aber schon genau hinschauen um herauszufinden, worum es sich handelte.

 

 

 

 

 

 

Bei einigen wollte man seine Nase doch nicht zu weit hinein stecken.

 

Bei ablaufendem Wasser verliessen wir  unseren Ankerplatz und schossen aufs offene Meer hinaus, unserem nächsten Ziel entgegen.