AMAZONAS II

Nach den Wanderungen wurden wir auf dem Wasserwege (wie sonst?) jeweilen in unsere Lodge zurück gebracht.

Auf dem Fluss waren wir aber auch mit dem Kanu unterwegs. Wir genossen die Abgeschiedenheit, die Ruhe des langsam dahingleitenden Wassers, die Stille der Fortbewegung, das Beobachten der Natur, wahrscheinlich einfach das Sein dürfen. Man könnte auf einer solchen Tour glattweg in glückseliges Philosophieren abschweifen.

und los geht’s!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eines Abends, nach Anbruch der Dunkelheit fuhren wir los um Alligatoren zu suchen. Das ist noch spannend. Wenn man mit einer starken Lampe ans Ufer zündet, sieht man plötzlich das Leuchten der Augen und weiss sofort, aha hier liegt einer. Durch das starke Licht sind die Tiere so geblendet, dass sie für einen Moment wie gelähmt sind. Das  ist die Chance, sie zu packen. Wichtig dabei, dass man ihnen die Schnauze zuhält. Sie bekommen ihre Streicheleinheiten und werden wieder in die Freiheit entlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So sind diese Viecher natürlich harmlos.

Wir besuchten eine einheimische Familie in ihrem Bauernbetrieb. Das ist nicht nur schnödes (womöglich sogar überhebliches) Gegaffe für Touristen, sondern eine echte win-win-Situation. Wir erfuhren viel über diese in der Wildnis lebenden Selbstversorger und sie erhielten einen Zustupf durch unseren Besuch aber auch durch den Verkauf ihrer handgefertigten Selbsterzeugnisse.

Das mühselige Zubereiten des eigentlich giftigen Manioks.

 

 

 

 

 

 

 

Bearbeiten von Früchten und Zuckerrohr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Früchte hängen hoch…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…aber kein Problem

 

 

gekocht wird draussen in grossen Pfannen

                         

 

 

 

 

 

 

 

in der Hütte wird gewohnt und werden die selbstfabrizierten Kunstwerke verkauft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Wildschweine und andere putzige Gesellen gelten eher als Plage

 

 

 

 

 

 

Der Ort mit dieser Aussicht ist aber einfach nur fantastisch.

 

Eines Tages wurden wir zu einem eher zweifelhaften Vergnügen ausgeführt, zum Fischen der berühmt berüchtigten Piranhas. Das würden wir kaum wiederholen. Immerhin lernten wir dabei aber, dass diese Fische kaum halb so gefährlich sind, wie gemeinhin angenommen. Margrit, als Tochter eines Fischers, war zum Leidwesen der Fische natürlich besonders erfolgreich. Nun, alle Fische wurden wieder in die Freiheit entlassen, wo sie sich von ihrem Schreck erholen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Kerl demonstrierte sein Talent tatsächlich an meinen Crocs und hätte sie beinahe zerstört.                                                                 Diese Pflanzen schwimmen dank Luftsäcken an der Wasseroberfläche.

 

Ein eher kribbeliges Vergnügen war das Besteigen eines mächtigen Baumriesen. Einen halben Tag verbrachten wir in der Krone eines riesigen Baumes. Da kamen von Manaús extra zwei Berg-, nein natürlich eher Baumführer, die uns in das tree climbing einführten. Und nach anstrengendem Ziehen und Stossen waren wir, d.h. zumindest Margrit und Katja, 45 m über dem Boden in einer mächtigen Baumkrone, inmitten Vogelgezwitscher und blickten über das unendlich scheinende, grüne Blätterdach.

 

 

 

 

so geht’s, beugen, strecken, beugen, strecken bis man oben ist, auf jeden Fall anstrengend

 

 

 

 

 

 

so sieht das von oben aus

 

hier strampeln sie um die Wette

und turnen dann in den Ästen herum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hoi, auch geschafft! Bravo!

 

 

Ich bin derweilen froh , dass mir vom Baum nur die Nüsse auf den Kopf fallen.

wo steckt die Kröte?

 

 

 

 

 

 

 

 

       

   und mir die Zeit mit Versteckspielen kleiner Kreaturen vertreibe.

 

 

 

 

 

Aber welche Aussicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ok, sie sind heil wieder unten und offenbar auch zufrieden.

 

Eines Abends fuhren wir in einen Seitenarm des Juma-River um dort im Urwald zu übernachten. Wir schliefen, oder versuchten es zumindest in den Hängematten. Was mich – neben der Musik des Urwalds – faszinierte, waren die vielen Glühwürmchen (oder -käfer, fliegen oder was auch immer), die da durch die Luft schwirrten und rundherum in der  Dunkelheit leuchteten. Das sprühte wie ein Vulkan am 1. August. Klar, dass man da schauen musste und keine Zeit fand zum Schlafen. Nein, Angst vor dem Jaguar hatten wir keine. Aber in der Morgendämmerung war da gleichwohl ein ungewöhnliches Geräusch, ein Grunzen? ein Muhen? ein Brüllen? Fauchen?

Was war’s? Ein kleiner Tapir!

Er bezog ein paar Streicheleinheiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und trottete wieder davon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ach nein, ich habe noch vergessen Dir etwas zu sagen…

 

 

 

 

 

 

 

kam zurück und flüsterte mir etwas ins Ohr…

 

 

 

 

 

bevor er wieder im Dickicht des Urwalds verschwand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, ich darf natürlich nicht verraten, was er mir anvertraut hat, sonst hätte er  ja nicht  flüstern müssen.

Bei Sonnenaufgang fuhren wir zurück zur Lodge.

 

 

Wir haben viel gelernt in dieser Woche. Warum die Lodge auf solch hohen Pfählen errichtet ist. An den Bäumen sieht man, wie hoch das Wasser in ein paar Monaten kommen wird. Der Wasserspiegel wird dort liegen, wo die Farbe von dunkel zu hell wechselt (s. Pfeil) und das ist doch sehr , sehr nahe bei den Bodenbrettern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir lernten, wie die Dächer der Hütten gefertigt werden und staunten, dass diese dichter sind als unsere Terrasse in Lugnorre.

 

 

 

 

 

 

 

Wir lernten mit überraschenden Begegnungen umzugehen, dass eine auf dem Weg liegende „Liane“ durchaus auch giftig und aggressiv sein könnte.

 

 

 

 

 

 

 

dass nachts, wenn man beim Telefon auf die Uhr schauen will, dieses schon anderweitig benützt wird, auch wenn man hier keine Verbindung hat. Leider war es nicht der Froschkönig.

 

Es gäbe noch viel zu erzählen, viele Bilder zu zeigen.Ich begnüge mich damit, nochmals einige Bilder in loser Reihenfolge durchgehen zu lassen. Ohne Kommentar, einfach so, in der Hoffnung, dass man einen Eindruck erhält von der schönen Reise, die wir unternehmen durften. Hier schon einmal ein ganz grosser Dank und saftiger Schmatz an Katja, die uns diese Reise und vieles mehr geschenkt hat.

 

 

Zeit rückt hier völlig in den Hintergrund. Es gibt kein Telefon, kein Internet, keine Zeitungen, kein Fernsehen, nichts, das uns daran erinnert hätte, schon einmal in einer anderen Welt gelebt zu haben. Der Tagesablauf wird durch die Sonne bestimmt. Es gibt hier im Amazonas aber doch eine wichtige Besonderheit, die Jahreszeiten. Nein, nicht dass es hier einmal kalt würde, T-Shirt und FlipFlops genügen das ganze Jahr. Es gibt hier die Regenzeit, von welcher wir den Anfang miterlebten . Schwere Regenschauer und Gewitter ziehen über das Land und lassen die Flüsse anschwellen. Es muss gewaltig sein, wie sich die Landschaft verändert. Kaum zu glauben, dass der Fluss hier bis zum Juni um acht Meter ansteigen wird und riesige Gebiete überschwemmt. So wird auch klar, warum unsere Hütten auf Stelzen errichtet sind. Das Wasser plätschert dann nur wenige Zentimeter unter dem Bett. Schade hatten wir nicht die Zeit und das Geld solange hier zu bleiben, um auch das erleben zu können. Wir freuten uns aber auch wieder auf unsere KAMA* zurück zu kehren. Einen Rückflug hatten wir noch nicht, war es doch unmöglich hier aus der Datenwüste etwas zu buchen.  Am 12. Dezember traten wir die Rückreise an nach Manaús. Unser Gepäck enthielt viele gute, schöne und vor allem neue Eindrücke aus dem Regenwald Brasiliens.